Upcycling mit Wachs: Kerzen Gießen

Die ganze Woche schon hat mich eine dicke Erkältung absolut lahm gelegt. Ich hab‘ gefühlte 100 Stunden geschlafen.
Aber nun, ganz langsam, kommen die Lebensgeister wieder und drängen nach draußen.
Zu euch.

Darum werde ich die schlaflose Nachtstunden nutzen und euch ein „heißes“ Projekt zeigen.

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Egal ob Sommer oder Winter – ich mag Kerzenschein. Und Kerzen aller Art.

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Und so sammelt sich über das Jahr über bei uns ein ziemlicher Berg an Kerzenresten an, den ich dann (meist) zu neuen Kerzen verarbeite.

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Vorbereitung:
Die Wachsreste gebe ich – inklusive Docht und Glitzer und nach Farbe getrennt – in ein altes Töpfchen oder eine Konservendose (eine große), bei der ich den oberen Rand etwas zusammendrücke, um einen „Ausgießer“ zu bilden.

Diese Dose mit den Wachsresten stelle ich in ein Wasserbad (Topf mit Heißwasser), das auf kleiner Flamme am Herd steht.
Achtung: Das Wasser/Wachs nicht zu heiß werden lassen!

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Mit einem alten Löffel rühre ich hin und wieder um, damit die Wachsbrocken gleichmäßig schmelzen können. (Geduld !!)

Dochtreste und andere Unreinheiten sinken zu Boden, so dass man das saubere Wachs am Ende gut abgießen kann.

Gießformen:

Hier bediene ich mich gerne beim Verpackungsmüll:

Chips-Dosen oder andere Papprollen mit Boden
Tetrapack (quadratisch)
– runde Behälter von Kaffeepads
– etc

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Anstatt eine abnehmbare Form zu befüllen, kann man Kerzen natürlich auch in hübsche Behälter gießen. Wir haben auf diversen Blogs vor Weihnachten schon gesehen, wie schön sich alte Sammeltassen  oder Zuckerdosen machen, wenn sie mit Wachs befüllt als Kerze auf dem Tisch stehen.

Gut aussehen tun aber zum Beispiel auch

Bonbondosen aus Blech
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kleine Konservendöschen von Tomatenmark, Oliven, …
(Hübsch als Tischdeko zu italienischem Essen)

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Wichtig ist natürlich, dass man alle Verpackungen vor dem Befüllen gründlich sauber macht und trocknen lässt.

Der Docht
Fertige Dochte gibt es im Bastelladen in diversen Längen und Dicken.

Ich verwende jedoch auch „gebrauchte“ Dochte von alten Kerzen, die eingeschmolzen wurden.
Den Docht befestige ich mit ein wenig FIMO am Boden der Gießform. (FIMO hält heißes Wachs problemlos aus.)
Und oben – je nach Länge – fixiere ich den Docht mit Klebeband (Washi …) oder einer Wäscheklammer, so dass er schön mittig in der Kerze sitzt.

Oder ich stelle eine alte, dünne Kerze in passender Farbe in die Mitte der Gießform und umschließe sie mit dem neuen Wachs.
Oft hat man ja Stabkerzen, deren Farbe einem nicht mehr gefällt, die von Hitze krumm geworden sind oder die einfach verkratzt und schäbig aussehen. Haben diese Kerzen nur äußerlich eine Farbschicht, dann kratze ich diese ab und verwende den weißen Kern als neuen Docht.

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Befüllen

Wachs zieht sich beim Auskühlen zusammen. Befüllt man daher eine Form gleich komplett, findet man nach dem Abkühlen ein tiefes Loch in der Mitte der Kerze, das man dann mit einer weiteren Portion Wachs auffüllen muss.

Besser ist es daher, wenn man schichtweise gießt und die einzelnen Lagen gut abkühlen lässt. (Ist natürlich zeitaufwändiger …. bringt aber bessere Resultate.) Ich stelle die Kerzen (jetzt im Winter) zum Abkühlen zwischendurch einfach auf den kalten Balkon….

Arbeits-Tipps

* Ist die Form innen glatt, dann werden auch die Kerzen glänzend glatt.

* Ist die Form innen rau (z.B. Papprolle), dann gibt es eine schön matte Kerzen-Oberfläche.

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* Das Gießen kann zu einer ziemlichen Sauerei ausarten … darum die Arbeitsfläche sehr gut mit Zeitungen o.ä. abdecken.

* Oder, wer kann, vielleicht anstatt auf dem Küchenherd lieber auf einer separaten Kochplatte (im Keller?) arbeiten?

* Und immer VORSICHT mit dem heißen Wachs!

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Da ich letztes Jahr sehr viel Kerzenreste gesammelt hatte, blieb  mir noch einiges an Wachs übrig.
Ich habe es in Konservengläser gefüllt und kann es so platzsparend bis zum nächsten Kerzengießen aufheben.
Oder auch noch etwas Anderes daraus machen. ( Das zeige ich euch auch bald.)

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Und da die Kerzen alle für mich sind, ab damit zu RUMS.
Und Upcycling ist das ja ebenfalls. Darum zeige ich es gerne auch beim Upcycling Dienstag „Januar“.

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10 Gedanken zu “Upcycling mit Wachs: Kerzen Gießen

  1. Kerzen aus Resten gießen, das mache ich auch seit Jahren
    die Reste aus den vielen Teelichtern, die sich bei mir sammeln, kommen auch dazu, die kann man gut mit dem farbigen Wachs mischen

    wobei ich die Reste der selbst gegossenen Kerzen hinterher nicht mehr benutze
    ich denke, die im Wachs enthaltenen Schadstoffe (irgendwelche sind ja immer drin, oder?) konzentrieren sich sonst zu sehr

    lieben Gruß
    Uta

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    1. Eventuelle Schadstoffe (was sollte denn das sein?) würden sich aber doch nicht in den Kerzenresten sammeln, sondern wären gleichmäßig verteilt … von daher verstehe ich nicht, was sich da konzentrieren sollte? Ich verwende auch Reste der gegossenen Kerzen wieder.

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  2. Hallo, schöne Kerzen hast du da gegossen! Ich gieße auch schon einige Zeit Kerzen aus Wachsresten, aber so richtig zufrieden bin ich nicht. Ich hatte mir damals extra dicken Docht für die Chipsdosen aus dem Bastelladen geholt. Allerdings haben sie mir damals nicht gesagt, dass die Richtung wichtig ist. Jetzt rußen die Kerzen total. Da wir mittlerweile einen Garten haben, werden wir sie im Sommer dort verwenden. Welchen Docht nimmst du denn? Reicht dünner Docht für die dicken Stumpemkerzen aus der Chipsrolle?

    LG Franzi

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    1. Hallo Franzi,
      ich nehme oft gebrauchte Dochte aber auch neue aus dem Bastelladen. Und ja, manchmal verwende ich versehentlich zu dünne Dochte für die dicken Kerzen. Dann brennen sie halt nicht komplett ab, sondern nur in einem Loch in der Mitte. Den Rand schneide ich dann einfach immer wieder ab.
      Meine Mama verwendet übrigens normales Baumwollgarn als Docht für ihre Kerzen und das funktioniert auch. Hmm.
      Ups – ja genau: auf die Richtung aufpassen, das ist wichtig. Bei den gebrauchten ist das ja einfach zu sehen. Leider habe ich vergessen, dies oben zu beschreiben. Hole ich noch nach. Sorry.
      LG vonKarin

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  3. Hallo Karin ,
    genauso macht es meine Frau auch .
    Ich bringe von der Arbeit immer dicke Papprollen von Folie mit.Die eignen sich auch sehr gut dafür.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht
    Uwe

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  4. Den Tipp mit dem Fimo für die Befestigung kannte ich noch nicht, das muss ich mal probieren!
    Ich decke Arbeitsflächen gern mit Alufolie ab oder Backpapier ab, davon kann ich vergossenes Wachs einfach entfernen und neu schmelzen, nachdem ich gekleckert habe; Zeitung oder Küchenpapier saugt das Wachs auf und es ist nicht mehr verwendbar.

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    1. Super Idee, mit dem Backpapier. Danke!
      Ich verwende inzwischen auch öfter mal meine aus Wachstuch genähte „Basteltischdecke“. Die hält einiges aus und saugt auch nicht.
      Grüße vonKarin

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