Papier und Pappe

Ich bin immer wieder erschrocken, welche Unmengen an Papier und Pappe wöchentlich in die Papiertonne wandern. Darum suche ich ständig nach guten Ideen, wie man diese schier unerschöpfliche Quelle an „Rohmaterial“ sinnvoll nutzen kann.

Einige meiner bisherigen Versuche stelle ich hier gerne vor:

 

B u c h s e i t e n
Es tut zwar irgendwie weh ein Buch zu zerlegen, aber ich denke, in jedem Bücherregal gibt es ein paar Exemplare, wo sich der Trennungsschmerz in Grenzen hält ….

Flatternde Herzen
eine Idee meiner Tochter, den Raum über ihrem Bett zu gestalten.


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Herzen aus alten Buchseiten ausschneiden. 
Jeweils zwei Herzen zusammenkleben, dabei einen Faden (Angelschnur) dazwischen legen und mit festkleben.
Entlang eines Fadens mehrere Herzen kleben.
In das letzte Herz eine Beschwerung (1 Cent-Münze…) einkleben, damit fällt das Ganze besser.
Trocknen lassen.
Mit weißen Reißnägeln an der Decke befestigen.


Mit Schmetterlingen sieht es auch schön aus. Allerdings habe ich diese einlagig mittels Nähmaschinen-Naht verbunden.
Die Naht dabei nicht unbedingt entlang der Mitte setzen, sondern bei manchen auch schräg über den Schmetterling. Das sieht lebendiger aus.

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Z e i t s c h r i f t e n / K a t a l o g e

Papierperlen lassen sich gut aus bunten Magazinen oder Modekatalogen und Werbebroschüren machen.
Ein Tutorial dazu findest du auf: .http://www.bastelideen.info/html/papier-perlen_armband_b.html

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Man braucht ein bisschen Übung beim Zuschneiden, damit die Perlen gleichmäßig werden.
Doch auch ungleichmäßig gerollt haben sie ihren Reiz und sind vielseitig zu Dekozwecken einsetzbar.

 

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K a r t o n s / P a p p e

Verkaufskartons verschiedenster Artikel sind in allen möglichen Größen und Formen verfügbar. Da sie oft sehr stabil sind, lassen sie sich gut weiterverwenden, wie zum Beispiel:

die Verpackung einer Küchenwaage – schräg zugeschnitten und mit einem Rest Decefix folie beklebt – ergibt einen stabilen, geräumigen Zeitschriftensammler für kleinere Formate. Als Griff habe ich eine dicke Plastikperle angebracht.

 

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Voilà – fertig!

In meinem neuen Badezimmer ergab sich eine schmale Nische, die ich gerne mit einem Wäschebehälter gefüllt hätte… wenn ich denn einen hätte kaufen können. Leider konnte ich nirgendes etwas Passendes finden, so dass ich mir selbst etwas einfallen lassen musste:

Aus einem Verpackungskarton und einer stabilen Kalenderrückseite habe ich den passenden Grundkörper zusammengeklebt.

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Aus 1:1 mit Wasser verdünntem Holzleim und den einzelnen Lagen von Zellstofftüchern (Küchenrolle, Kosmetiktücher) habe ich durch überlappende Klebung eine mehrlagige Pappmaché Schicht aufgebaut, die gut getrocknet dem Behälter viel Stabilität gibt. Zudem ist sie wasserabweisend, also gut für’s Bad geeignet.


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Als das Ganze gut trocken war, wurde es mit Acrylfarbe 2x gestrichen.
Dann habe ich aus einem nicht mehr benötigten Duschvorhang einen Beutel genäht, den man bei Bedarf mitsamt der Schmutzwäsche herausziehen kann (da meine Arme zu kurz sind, um beim Behälter bis auf den Boden zu fassen).


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K a l e n d e r

Alte, große  Kalender mit schönen Motiven werfe ich nach Ablauf nicht weg. Sie sind perfekt, um damit Bücher einzubinden.
Seit Jahren machen wir das mit den Schulbüchern. Das ist individuell, originell und der Einband hält ein ganzes Schuljahr lang. Zudem geht das Einbinden mit Papier einfacher als mit dieser rutschigen Buchfolie …. und besser für die Umwelt ist es auch.

Auch die Urlaubslektüre binde ich gerne mit einem Schutzumschlag ein. Da macht dann ein Sonnemilchfleck auf dem Buchumschlag gar nichts aus. Alte Straßenkarten sind ebenfalls gut als Bucheinband zu benutzen.

Ach ja: Kalenderblätter sind zudem ein stabiles, originelles Geschenkpapier!

 

So, das war’s für heute in Sachen Papier und Karton.

Doch ich bin sicher, dass dieses Thema noch viel mehr hergibt
und sich in Zukunft noch weitere Upcycling Möglichkeiten finden lassen.
So long!

 

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Anhänger aus Modelliermasse *Versuchsreihe*

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 Um Geschenkverpackungen und Dekogegenständen einen persönlichen Touch zu geben,
wollte ich Anhänger aus selbstgemachter Modelliermasse herstellen.

Das ist nicht teuer und bietet viel Raum für kreative Versuche.
Zunächst musste ich aber …

STEMPEL herstellen.
Aus Fimo, was sonst.

Als Vorlage dienten hauptsächlich Motiv-Knöpfe, die ich in weiche Fimo-Kreise drückte.
Dann noch backen (bei 120°C etwa 20 Minuten) und abkühlen lassen.
Danach musste ich Griffstücke finden …. Holzgriffe, alte Radiergummis, Korken und kleinen Steine – alles fand Verwendung.

Mit Sekundenkleber aufgeklebt ergaben sich nicht wirklich schöne, aber funktionale Werkzeuge:

 

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 Für diesen Mini-Stempel habe ich aus einer Stempelkasette Buchstaben entnommen
und auf ein kleines Gummistück geklebt.
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OK – die Stempel waren nun also fertig.

 

Und nun zur MODELLIERMASSE:
Ich wollte KEINEN Salzteig, da mir die grob-kristalline Struktur nicht gefällt. Mir schwebte etwas Feineres vor.

 Meine Suche im  www  brachte mich auf ein vielverwendetes Rezept für „Knete aus Maisstärke“ (cornstarch clay):

Dazu werden in einem Topf  2 Tassen Backsoda (Natriumbicarbonat),  1 Tasse Maisstärke und 1 1/4 Tassen Wasser verrührt und zusammen bei mittlerer Hitze aufgekocht. Unter Rühren so lange kochen lassen, bis die Masse fest wird (etwa wie Kartoffelbrei).
Sofort vom Herd nehmen, aus dem Topf auf ein Blech geben, mit feuchtem Tuch abdecken und abkühlen lassen.
Ist die Masse kalt, vor dem Weiterverarbeiten gut verkneten.

 
ERSTE VERSUCHSREIHE

Mit der Konsistenz muss man letzendlich etwas experimentieren. Im Endeffekt muss die Masse eher trocken sein, damit man damit arbeiten kann. Ist sie zu weich, bleibt sie an den Stempeln kleben und lässt sich nach dem Ausstechen nicht in einem Stück von der Oberfläche abnehmen. Man kann zu feuchte Masse jederzeit mit etwas Maisstärke verkneten und dadurch trockner machen.

 Masse mit dem Nudelholz ausrollen (Klarsichtfolie auf dem „Teig“ hilft dabei). Etwa wie bei Weihnachtsplätzchen.

 Mit geeigneten Formen ausstechen und mit den Stempeln Verzierungen aufbringen.
Oder was einritzen.
Oder erst die Verzierungen auf die ausgewellte Platte aufbringen und daraus dann mit geeigneten Formen ausstechen.

 Mit einem Stäbchen kleine Aufhängelöcher in die Anhänger drücken.

 Die gestalteten Rohlinge dann vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.

 

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 Nun müssen sie trocknen.

Entweder Lufttrocknen (dauert einen Tag), oder im warmen Backofen trocknen lassen.
Man kann auch backen, aber dann verliert die Masse ihre schöne weiße Farbe und wird etwas dunkler.

Die Masse wird erst dann richtig fest, wenn sie komplett durchgetrocknet ist. (Mir ist die erste Ladung zu 50% zerbröselt, weil ich nicht abwarten konnte und die Anhänger schon zu früh weiterbearbeiten wollte.)

 Also, wenn die Anhänger trocken und fest sind, kann man ihnen mit feinem Schleifpapier den letzten Schliff verpassen und Kanten und Oberflächen glätten.

 

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Anmerkung: Die Masse wird am Ende wirklich gut hart.
Aber sobald Feuchtigkeit daran kommt, löst sich alles in Null-Komma-Nix wieder auf!
Also nichts vonwegen Anmalen. Will man die Anhänger farbig haben, muss man gleich die Rohmasse mit Speisefarbe oder Tinte oder was auch immer einfärben. Das sieht übrigens auch gut aus.

 Einen Rest der Modelliermasse hab ich mit dem Vakuumiergerät „eingeschweißt“ um zu testen, wie lange man sie aufbewahren kann.

 

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Die ZWEITE VERSUCHSREIHE ist in Vorbereitung …..

 

Juni 2013 – der zweite Versuch

 Nachdem ich die Modeliermasse einige Wochen im Vakuumbeutel im Kühlschrank aufbewahrt hatte, musste ich feststellen, dass sie ziemlich flüssig geworden war. So hab ich denn – wie eim Plätzchenbacken – einfach noch Maissärke untergeknetet.

Leider hat das (oder die lange Lagerung) die Masse spröde gemacht, wie ich nach dem Trocknen feststellen musste. Die Anhänger bekamen Risse auf der Rückseite (warum nur dort??)
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…und deshalb zerbrachen viele davon.

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Einige aber auch nicht.
Und darum habe ich nun – nach ein bisschen Schleif- und Klebearbeit – wohl genügend Deko- und Geschenkanhänger für die nächsten Monate.

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Gehäkeltes für alle Fälle

Nachdem der Winter endlich vorbei ist und niemand aus meiner Familie oder Freundeskreis mehr eine warme Häkelmütze wollte (ich war auch „myBoshi“-mäßig sehr aktiv), musste ich meine Häkelversuche in andere Richtungen ausweiten:

Konservendosen-Upcycling:
mit Acrylfarbe gestrichen und mit einem Häkel-Loop umhüllt, gibt’s viele neue Einsatzmöglichkeiten …

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Nach dem gleichen Prinzip wie oben, nur ein bisschen größer, bekam meine leuchtende Bodenvase eine graue Häkelhülle um den Fuß:

Häkelvase02Häkelvase01Häkelvase03

Ich hab mich dabei in etwa an die Anleitung „Crochet pattern – Jar Cosy“ gehalten, die ich auf  http://www.lululoves.co.uk  gefunden habe.

Auch das abgeschnittene Unterteil einer Plastikflasche lässt sich auf diese Weise aufpeppen:

Behälter_orange01Behälter_pink02Behälter_Rohling

Doch Behälter hat man irgendwann genug … darum hab ich mich noch an anderen Häkelideen versucht:

z. B. Eulen .
Die Erste ist nach folgender Anleitung gemacht: auf http://www.ravelry.com – unter „Yarn Artists ravelry downloads“.

Die Zweite hab ich gefunden auf http://www.creadoo.com (Suchbegriff: „Häkelanleitung Eule“)

Eule10Eule01

Knuffigen Herzen …
Die Häkelanleitung dazu gibt’s gratis auf http://www.pfiffigste.de

Herz03Häkelherz_Nadelkissen00Herz10

Von den flachen Herzen unten hab ich noch mehr – weiß aber noch nicht, was ich damit machen werde.
Die Vorlage in Englisch ist zu finden auf  http://www.caron.com . Da gibt es „free projects“ – die Herzen sind ein Teil einer Decke namens  Teen Throw :

Häkelherzen_flach

Und diese Tasche – perfekt zum Dirndl – hab ich mir für meine Tochter selbst ausgedacht und gehäkelt/genäht.
Sie ist mit Stoff gefüttert und per Reißverschluss zu schließen (die Tasche!).

häkeltasche_01Häkeltasche_02HÄkeltasche_03

Und da ich für mein Bad einen neuen Türstopper brauchte, hab ich – um Kratzer zu vermeiden – einfach einen Stein umhäkelt ….

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Türstopper-Stein02

Und weil er mir so gefällt, hab ich noch einen Ähnlichen gemacht:
Häkelstein20häkelstein22häkelstein_33

 

Doch will ich auch noch schnell zwei meiner letzten Winter-Mützen-Häkelprojekte zeigen…

Boshi01Boshi02

 

Allerdings wird es jetzt Sommer (hoffentlich), darum mach ich aktuell 
Fische
, die als Tischdeckenbeschwerer im Freien Dienst tun sollen.
Die Anleitung gibts gratis als Download auf http://www.coatsgmbh.de – suche dort nach „Tischdeckenbeschwerer Fisch“.

fisch01fisch00

Aus Bauwollgarn habe ich noch eine praktische Häkelschale gemacht; sie ist relativ groß geworden ….

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Mehr wird folgen …..

Alte Dosen in neuem Kleid

Leere Konservendosen – aufgehübscht wieder im Einsatz

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Konservendose dekoriert


Tipps zur Herstellung:

Vorbereitung:
Es eignen  sich alle Arten von Konservendosen. Ich bevorzuge die Dosen mit Querrillen – die sehen einfach „dosiger“ aus.
Die leere Dose gut auswaschen, Etikett abmachen und eventuelle Kleber-Reste mit einem entsprechenden Lösungsmittel entfernen.

Anmalen:
Eine alte Flasche dient als Arbeits- und Trockenständer – die Dose dazu umgekehrt auf die Flasche setzen.
Zum Streichen nehme ich Acrylfarbe und trage diese mit einem Flachpinsel in mehreren Schichten auf. Dabei die einzelnen Schichten immer trocknen lassen. 
Natürlich kann auch mit Farbspray gearbeitet werden.
Ob man die Dose auch innen lackiert, entscheidet der persönliche Geschmack ….

Acrylfarbe hat den Vorteil, dass sie wasserlöslich ist. Sie lässt sich also auch ganz einfach verdünnen, riecht nicht und die Arbeitsgeräte können einfach mit Wasser ausgewaschen werden. Acrylfarbe gibt es in allen erdenklichen Farben und Oberflächen (matt, seidenmatt, glänzend) und ist sie einmal durchgetrocknet, hält sie selbst Wind und Wetter stand. Mein absoluter Favorit für alles, selbst für Textilien.


Dekorieren:

Die Farbe gut trocknen lassen (siehe Beschreibung auf der Farbdose).
Danach kann die ehemalige Konservendose dekoriert und ihrem neuen Verwendungszweck zugeführt werden. Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt ….

Konservendose dekoriert02

Hier hab ich Perlen und Motive einer kaputten Kette auf einen Nylonfaden gefädelt und damit eine Luftmaschenkette gehäkelt. Diese dann zusammen mit Paketschnur um die Dose geknotet.

Will man Blechdosen als Geschenkverpackung oder als Behälter für Stifte und dergleichen verwenden, sollte man darauf achten, dass es keine scharfe Kante am Dosenrand gibt. Am besten einen Dosenöffner verwenden der glatte Schnittkanten hinterlässt oder alternativ selbst die scharfe Innenkante mit einem Hämmerchen flach klopfen.

Erdnussdose

Diese Dose war eine Erdnussdose. Zur Deko hab ich nur Paketschnur und einen Hirschhorn-Knopf verwendet.

Als Blumenvase sollte man Dosen mit weißer Innenbeschichtung verwenden, da rostet nichts.

Bei der Verwendung als Pflanzgefäß unbedingt Löcher in den Boden machen. Dazu einfach mit dem Dosenöffner von unten einige Male wie zum Öffnen ansetzen. Durch diese Löcher kann überschüssiges Wasser abfließen. Diese Gefäße sollten dann natürlich in einem Untersetzer stehen.

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Man kann sie aber auch mit  gehäkelten Hüllen einkleiden:
Diese hier sind aus Baumwollresten gefertigt und schnell gemacht.

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Details zur Häkelanleitung findest du in meinem Eintrag „Gehäkeltes für alle Fälle“.